Baustelle auf der Zugspitze – eine besondere Herausforderung

zugspitze01Die Zugspitze ist der höchste Berggipfel Deutschlands. Er liegt 2962 Meter über Normalhöhennull. Über den westlichen Gipfel der Zugspitze verläuft die Grenze zwischen Deutschland und Österreich. Das Gebiet ist besonders bei Skifahrern sehr beliebt, die hier in den Wintermonaten die Hänge und Pisten hinabsausen. In einem Skigebiet darf dabei natürlich auch die Gastronomie nicht fehlen – auch nicht oben in den Bergen. Dort stärken die Wintersportler sich, wärmen sich auf oder treffen sich zur Apres-Ski-Party. Aber wie baut man Häuser hoch oben in den Bergen? Die Bauarbeiter kommen einfach mit der Seilbahn hoch – wie die Touristen auch. Doch wie sieht es mit den Baumaterialien aus? Die kommen auf dem gleichen Weg nach oben.

Ein Bauleiter der Firma Unger erinnert sich gerne zurück

Es war keine einfache Baustelle, so wie es der Bauleiter schildert. Die Arbeiten wurden vom Wetter behindert, die Materialien mussten einen langen Weg zurücklegen, um überhaupt auf die Zugspitze zu kommen. LKW brachten alle Materialien und Maschinen zur Talstation der Eibseebahn, einer Zahnradbahn. Um das zu organisieren, mussten die Materialien etwa zwei Wochen vorher bestellt werden. An der Eibseebahn angekommen, wurden Sand, Zement und Dämmstoffe immer nur über Nacht zur Bergstation der Eibseebahn hochtransportiert. Das übernahmen die Mitarbeiter der Zugspitz AG für die Firma Unger. Auch Estrichpumpe, Glättmaschinen und andere Dinge mussten diesen nächtlichen Weg zum Bahnhof Zugspitzplatt nehmen. Denn am Tag durften ausschließlich die Touristen mit der Zahnradbahn auf die Zugspitze fahren.

Auf der Bergstation der Eibseebahn war für die Baumaterialien aber noch lange nicht Schluss. Die hatten noch einen viel weiteren Weg vor sich: Vom Zugspitzplatt aus mussten alle Maschinen und Materialien zur Gletscherbahn gebracht werden – mit einem Geländestapler, der alles Stück für Stück transportierte. Mit der Materialseilbahn ging es dann erst hoch zur Bergstation der Zugspitze. Ein Kran hob dann die gelieferten Maschinen und Materialien auf die Aussichtsterrasse des Bergrestaurants. Dort begannen die Mitarbeiter von Unger in einer Höhe von mehr als 2950 Metern mit der Arbeit.

bergstation-auf-der-zugspitzeBaustelle auf der Zugspitze: Schnee im Hochsommer

Der Bauleiter erinnert sich noch daran, dass die Estrichpumpe ohne Luftfilter betrieben werden musste. Das lag an dem niedrigen Sauerstoffgehalt auf dem Berg. Außerdem erinnert der Bauleiter sich an einen Wetterumschwung im Hochsommer: „In der Nacht fielen 70 Zentimeter Neuschnee auf den Mischplatz, die Materialien und Geräte“, erzählt er. Der Auftraggeber trommelte dann 20 Helfer herbei, um den kompletten Platz vom Schnee zu räumen. Nach diesem kühlen Erlebnis konnten die Mitarbeiter der Firma Unger dann weitermachen.

Es war ein langer und weiter Weg für die Materialien. Von der Bestellung bis zur Ankunft auf der Zugspitze dauerte die Lieferung mehrere Wochen. Bei erneuten Baustellen kann die Lieferung vielleicht schneller vonstatten gehen: Derzeit wird eine neue Seilbahn zur Zugspitze gebaut, die im Dezember 2017 in Betrieb genommen werden soll. Auch eine Berglok soll helfen, Touristen auf den Berg zu bringen. Ab April 2017 fährt die neue Bahn vom Eibsee hinauf zum Zugspitzplatt. Die Eibsee-Seilbahn wird dann geschlossen. Sie ist seit 1963 in Betrieb.

3 Antworten

  1. Vinc sagt:

    War heute da oben. Unvorstellbar, wie man da arbeiten kann *WoW*

  2. Linchen sagt:

    *Respekt*
    Nicht zu vergessen ist die körperliche Arbeit in so einer Höhe. Wäre da nicht das Arbeiten mit dem Hubschrauber sinnvoller?

  3. Jacob L. sagt:

    Interessant, hab mich immer gefragt wie die das machen.

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