Fliesen auf Fliesen verlegen

Warum schwer, wenn es auch leicht geht…

Renovierungsarbeiten mit Fliesen erwiesen sich früher als eine schwierige Aufgabe, weil man zu starken Geräten greifen mussten. Neben einem hohen Zeitaufwand verursachte das Ab- und Anmontieren der Fliesen auch besonders viel Dreck. Mittlerweile gibt es aber eine einfachere Methode um mit Fliesen zu arbeiten. Mit einigen Handgriffen kann man die alten Fliesen mit neuen überkleben.

Die Vorteile für diese Art der Renovierung liegen auf der Hand

  • Man spart viel Zeit bei der Renovierung, da die alten Beläge nicht entfernt werden müssen
  • Geldersparnis, da der alte Belag nicht entfernt und entsorgt werden muss
  • Es entsteht wesentlich weniger Schmutz bei den Renovierungsarbeiten
  • Man braucht keine besondere Technik beim Verlegen der Fliesen
  • Fenster und Türen müssen nicht unbedingt der Renovierungsarbeiten angepasst werden
  • Fliesen sind einfach zu bearbeiten und lassen sich auf der Baustelle einfach handhaben

 

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Der Kleber

Als wichtigstes Utensil brauchen Sie einen guten Kleber, der für das Verkleben von Fliesen notwendig ist. Empfehlenswert sind Dispersionskleber oder kunststoffvergütete Fliesenkleber auf Zementbasis. Zementäre Flexkleber können sowohl an Wänden als auch auf Böden angewendet werden. Sie haben den Vorteil, dass sie auf glatten Untergründen besser haften als die normalen Zementkleber. Greifen Sie zu einem Dispersionskleber, haben Sie den Vorteil, dass dieser ohne Anmischen verarbeitet werden kann. Im Gegensatz zu anderen Kleber härtet dieser nicht auf Zementbasis, sondern trocknet im Laufe der Zeit. Allerdings haben Dispersionskleber auch den Nachteil, dass sie sehr viel Zeit brauchen, bis sie vollständig getrocknet sind. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass Dispersionskleber nicht frostbestädig sind. Deshalb eignen sie sich nur für die Verwendung in Innenbereichen.
Sollten Sie sich nicht sicher sein, zu welchen Kleber Sie am besten greifen sollen, wenden Sie sich an den Spezialisten oder Hersteller Ihres Vertrauens.

Darauf sollten Sie achten

Nachdem Sie sich für die Fliesen Ihrer Wahl entschieden haben, sollten Sie beim Kauf immer ein extra Paket Fliesen berechnen, das sie für eventuelle Verbesserungen und Reparaturen verwenden können.

Um die zu bearbeitende Fläche vorbereiten zu können, sollten sie den Untergrund sehr gründlich reinigen. Schmutz und Fett sollten von der Fläche vollständig entfernt werden. Eventueller Schimmel sollte mit einem speziellen Mittel ebenfalls beseitigt werden.

Achten Sie darauf, dass die Fläche, auf der Sie die neuen Fliesen verlegen stabil ist. Besonders bei Bodenfliesen sollen Sie darauf achten, dass sie eben und stabil sind. Das lässt sich einfach mit einem Gummihammer überprüfen, mit dem man die Fliesen vorsichtig abklopft und eventuelle lockere Fliesen entfernt.

Die Grundierung

Anschließend muss der Untergrund für die neuen Fliesen grundiert werden. Hierfür greift man zu einem breiten Pinsel und trägt gleichmäßig einen mit Quarzsand vergüteten Haftgrund auf. Dieser ist sehr wichtig, denn er gibt dem Kleber, der später für die Fliesen verwendet wird genügend Halt auf der Oberfläche. Der neue Grund soll gut trocknen, am besten plant man hierfür je nach Herstellerangabe midestens eine Nacht ein.

Das Verlegen

Nun geht es an das Verlegen: Handelt es sich um Wandfliesen, sollen diese symmetrisch verlegt werden. Mit Hilfe einer Wasserwaage zeichnen Sie waagerechte und senkrechte Linien, die Ihnen bei der Orientierung helfen. Die erste Fliesenreihe setzen Sie an der waagerechten Grundlinie an und verlegen anschließend an der senkrechten Linie, sodass eine T-Form entsteht. An der Linie platzieren Sie anschließend entweder eine Fuge oder die Mitte. An den äußeren Ecken beginnen Sie dann mit den ganzen Fliesen und arbeiten sich weiter in Richtung Innenecken. Wenn Sie Randfliesen brauchen, können Sie diese ganz einfach mit einem Fliesenschneidegerät selber zubereiten. Ritzen Sie hierfür die Oberseite an und brechen Sie die Fliese über die Kante ab. Wenn Sie hingegen runde Schnitte brauchen, können Sie diese mit einer geeigneten Fliesenbrechzange bearbeiten und auch mit einer entsprechenden Bohrmaschine mit Lochfräsenaufsatz.

Verlegen Sie Bodenfliesen, zeichnen Sie eine Linie durch den Raum, die parallel zum Seitenrand verläuft. Verlegen Sie die Fliesen nun der Stirnseite entlang und bilden eine umgekehrte L-Form. Probeweise sollten Sie vor dem Einsatz von Klebemittel die Fliesen verlegen um die Raummitte zu bestimmen und die Linien zu zeichnen.

Unbedingt die Zeit im Auge behalten

Je nachdem. Für welchen Fliesenkleber Sie sich entschieden haben, tragen Sie diesen nun auf die Fliesen auf, allerdings immer nur so viel, wie Sie in 30 Minuten verarbeiten können, damit keine Gefahr besteht, dass der Kleber zu trocknen beginnt.

Mit leichten Drehbewegungen drücken Sie die Fliesen nun ins Klebebrett ein. Um den richtigen Abstand beim Verelgen einzuhalten, verwenden Sie Fliesenkreuze. Überprüfen Sie bei jeder Fliese, ob Sie ausreichend Kleber verwenden. Am besten sollte die Fläche zu 80 Prozent bedeckt sein. Klopfen Sie nun die Fliesen leicht an, indem Sie einen Gummihammer verwenden. Zu den Wänden, bzw. Sockelleisten sollten Sie einen Mindestabstand von einer Fugenbreite halten.
Fugen zwischen den Fliesen sind sehr wichtig und sollten auch gehalten werden, da sie die Spannungen zwischen den Fliesen ausgleichen. Lassen Sie die Fliesen nun je nach Herstellerangaben trocknen (mind. 24 Stunden) bevor Sie mit dem Verfugen beginnen.

Verfugen

Benutzen Sie für das Verfugen Handschuhe, um Ihre Haut zu schützen. Der Mörtel wird nun gleichmäßig verteilt und mit einem Fugengummi diagonal verarbeitet. Entfernen Sie nach dem Austrocknen die Mörtelreste, indem Sie einen angefeuchteten Schwamm verwenden. Zuletzt reinigen Sie die Fläche mit einem trockenen, sauberen Tuch.

Dehnungsfugen werden mit einer dauerelastische Dichtmasse verarbeitet, wie zB. Silikon. Die Fugenränder werden hierfür mit einem Malerband abgeklebt, damit anschließend das Silikon in die Fuge gespritzt werden kann. Überflüssiges Silikon streichen Sie mit einem Fugenglätter ab. Wichtig: achten Sie jedes Mal erneut darauf, dass der Glätter in Spülwasser eingetaucht wird, damit kein Silikon am Glätter haften bleibt.

Bild – Urheberrecht: Volker Rauch

 




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