Gefahr im Boden: Blindgänger werden immer wieder entdeckt

Bombe in Erde vergraben

Der Hausbau hat auch seine gefährlichen Seiten: Nach wie vor stecken Tausende unentdeckter Blindgänger in Deutschland in der Erde. Oftmals werden sie nur zufällig entdeckt, etwa wenn ein Bagger für eine neue Straße oder ein Haus Erde aushebt. Die Blindgänger werden dann kontrolliert gesprengt. Doch das birgt auch Gefahren für Anwohner und für die Arbeiter.

Meist finden die Blindgänger sich bei Bauarbeiten in Stadtgebieten. Dabei sind auch kleinere Städte und ländliche Regionen nicht vor diesen Entdeckungen sicher. Gleich mehrere Sprengungen gab es im Spätsommer 2016 in der hessischen Universitätsstadt Marburg und der näheren Umgebung. Vor der kontrollierten Sprengung werden die Anwohner rechtzeitig und weitläufig evakuiert. Denn Schäden, eine große Explosion, sind nicht auszuschließen bei den Kampfmitteln, die seit mehr als einem halben Jahrhundert im Boden liegen. Sie sind zumeist das Erbe des Zweiten Weltkriegs, das die Deutschen noch heute heimsucht.

Luftbild der AlliiertenFachleute analysieren Luftbilder der Alliierten

Besonders Mitarbeiter von Tiefbauunternehmen, Landwirte und Kinder stoßen häufig auf die Blindgänger im Boden. Sie sind daher auch besonders gefährdet. Die meisten Bombenfunde sind heute allerdings keine Zufallsfunde mehr: Die meisten Blindgänger werden gezielt gesucht. Dabei helfen vor allen Dingen alte Karten und Luftbilder der Alliierten. Mehrere Millionen Karten gilt es allerdings noch auszuwerten. Und letztlich weiß niemand so genau, wieviele Blindgänger sich noch in deutschem Boden verstecken und dort eine Gefahr darstellen. Dabei werden seit mehr als 60 Jahren fast täglich im gesamten Bundesgebiet Bomben entschärft. Allerdings wird es wohl ein Erbe bleiben, mit dem noch kommende Generationen weiter zu kämpfen haben.

Die meisten Blindgänger liegen in NRW

In Hessen sind die Sprenungen in diesem Jahr gut gegangen. Anders sah das 2012 in Viersen aus: Dort kam es bei der kontrollierten Sprengung zu Verwüstungen in der Stadt. Sogar Teile von Gebäuden mussten abgerissen, Geschäfte geschlossen werden. Insgesamt wurden 2012 in NRW 706 alte Bomben entschärft. In diesem Bundesland fielen etwa die Hälfte aller Bomben der Alliierten. Alle Bomben werden wohl kaum gefunden. Keiner weiß, wieviele Häuser gerade in dicht besiedelten Städten mittlerweile auf alten Blindgängern stehen.

Eine Bombenkarte, die öffentlich einsehbar ist, gibt es allerdings nicht. Die sogenannten „Kampfmittelbelastungsdaten“ sind personenbezogen und unterliegen dadurch dem Datenschutz.

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