Wer kommt für den Parkettschaden in der Mietwohnung auf?

Parkett SchadenMieter und Vermieter haben es nicht immer leicht, vor allem wenn es um die ersten Schäden in der Mietwohnung geht. Heutzutage sind die meisten Mietwohnungen mit einem Parkett- oder Laminatboden belegt, denn gegenüber anderen Bodenbelägen hat er viele Vorteile. Hauptsächlich bei der Reinigung ist es wesentlich unkomplizierter den Boden wieder zum Glänzen zu bringen. Einen großen Nachteil hat der Parkettboden allerdings, denn auch an ihm gehen die Jahre nicht spurlos vorbei. Die große Frage stellt sich hierbei, wer denn eigentlich für die Schäden am Parkett in der Mietwohnung aufkommt, der Mieter oder der Vermieter?

Parkettschaden – Rechtlich gesehen

In § 280 Abs.1 des BGB steht, dass der Gläubiger, in diesem Fall der Vermieter, vom Schuldner (Mieter) Schadensersatz verlangen kann, wenn dieser seine Pflicht verletzt. Unter den Pflichten versteht man einen sorgsamen Umgang mit dem Eigentum und mit der Einrichtung des Vermieters. Eine Beschädigung des Parketts kann also einen Verstoß gegen diese Verpflichtung darstellen. Allerdings steht nicht außer Zweifel, dass es im Laufe der Jahre zu einer natürlichen Abnutzung, bzw. Verschlechterung kommt. Da der Vermieter aber nicht bei jedem kleinen Makel vom Mieter eine Entschädigung verlangen kann, bleibt abzuklären, ab wann man für die Beschädigung im Parkett aufkommt. Für natürliche Abnutzungen im Laufe der Zeit und nach vertragsmäßigen Gebrauch muss der Mieter nicht aufkommen. Die Tatsache, dass man für den Zustand des Belags verantwortlich ist bedeutet nicht, dass man sich in seiner Lebensführung eingeschränkt fühlen muss. Verhält sich der Mieter entgegen seiner Pflichten, kann er vom Vermieter zur Kasse gebeten werden.

Der Eingangsbereich stellt immer eine Toleranzzone dar, denn dieser Bereich einer Wohnung unterliegt immer einer sehr starken Abnutzung. So wird das auch rechtlich gehandhabt, Schäden im Eingangsbereich können als vertragsmäßige Abnutzung werden, was aber nicht jeden Kratzer betrifft.

Man kann nicht für jeden einzelnen Fall pauschale Entscheidungen treffen, da man immer die jeweiligen Umstände berücksichtigen muss. Es gibt einige Kriterien, an denen man sich orientieren kann:

 

Für welchen Zweck wurde die Wohnung vermietet?

  1. Falls es Risiken gab, hat der Vermieter in die Umstände eingewilligt?
  2. Wo befindet sich der Kratzer?
  3. Wie groß ist der Kratzer (Länge, Tiefe)?
  4. Wie ist der Kratzer entstanden?

 

Wie sieht es bei den Schäden durch Tierhaltung aus?

Bei dieser Frage gibt es reichlich Freiraum für Interpretationen. Laut Gesetzgebung kommt es bei der Einordnung als vertragsgemäße oder übermäßige Abnutzung darauf an, ob die Kratzer anhand zumutbarer Maßnahmen verhindert hätten werden können. Welche Maßnahmen als zumutbar gelten und welche nicht kann oft in den Augen des Betrachters liegen, denn für manche gilt es als absolut legitim, das Haustier nicht in jene Zimmer zu lassen, die mit einem Parkettboden ausgestattet sind. Für andere ist es hingegen zumutbar, dass das Haustier mit einem entsprechenden Schutz an den Pfoten ausgestattet werden soll, um somit die Schäden im Parkett zu vermeiden.

 

Wie sieht es beim Umzug aus?

Beim Möbelrücken kann es natürlich passieren, dass Kratzer im Bodenbelag entstehen. Ein Ein- und Auszug wäre nämlich ohne Möbel gar nicht vorstellbar. Die Schäden die hier entstehen fallen wieder unter die Kategorie, ob man im Vorfeld schützende Maßnahmen getroffen hat oder nicht. Bemüht sich der Vermieter nach bestem Wissen und Gewissen um ein schonungsloses Verrücken der Möbel, verstößt er nicht gegen seine Pflichten. Unterlässt er allerdings zumutbare Maßnahmen um den Boden zu schützen, kann er zur Verantwortung gezogen werden.

Benutzt der Mieter einen Schreibtischstuhl mit Rollen soll er davon ausgehen, dass es sich nicht um eine vertragsgemäße Nutzung der Räumlichkeiten handelt. Der Vermieter kann vom Mieter verlangen, dass er zum Schutz seines Bodens eine Unterlage verwendet, damit es nicht zu Schäden im Belag kommt. Hält sich der Mieter nicht an diese Anordnung, kann er vom Vermieter zur Kasse gebeten werden und für den Schaden aufkommen.

Anders verhält es sich aber, wenn es sich bei dem Mietvertrag um ein gewerbliches Mietverhältnis handelt, in dem die Räumlichkeiten zur als Bür verwendet werden. Hier fallen Schäden dieser Art unter einen vertragsmäßigen Gebrauch und nicht unter die Schadensersatzpflicht des Mieters.

Parkett ReparatursetIn welchem Maß muss der Mieter aufkommen?

Bestehen die oben beschriebenen Umstände und hat der Mieter seine Pflichten überschritten, ist er laut §249 Abs.1 BGB dazu verpflichtet, den Zustand des Parketts herzustellen, der bestehen würde, wenn der Mieter den Boden nicht auf diese Weise abgenutzt hätte.

Das bedeutet aber nicht, dass sich der Mieter um die Verlegung eines neuen Parkettbodens kümmern muss, denn in den meisten Fällen lassen sich die Schäden durch Abschleifen oder durch eine Parkett Reparatur beheben. Eine Neuverlegung von Parkett oder Laminat ist dann erforderlich, wenn die Schäden so gravierend sind, dass sie weder durch Abschleifen noch durch Versiegeln behoben werden können. Der Vermieter hat das Recht den Mieter darauf hinzuweisen, dass dieser sich um die Behebung der Schäden kümmern muss. Dafür erstellt er eine Frist welche mit dem Hinweis versehen ist, dass der Mieter nach dem Verstreichen der Frist eine Behebung ablehnt. Besteht dieser Fall, kann der Vermieter Geld einfordern.

Was die Höhe des geforderten Geldbetrags betrifft muss immer vom Material des Parketts ausgegangen werden. Außerdem soll man berücksichtigen, dass ein Parkettboden in der Regel alle 15 bis 20 Jahre einmal abgeschliffen werden muss. Es darf also nicht passieren, dass der Vermieter am Ende so viel einfordert, dass er besser dasteht, als es ohne die vorgekommenen Kratzer der Fall sein würde.

Ist der Parkettboden des Vermieters 5 Jahre alt, muss sich der Mieter an den Kosten der Wiederherstellung beteiligen, allerdings nur zu ⅔ der Kosten, da man bis zum erforderlichen Abschleifen des Parkettbodens von einer Nutzungsdauer von 15 Jahren ausgeht.

Mietern sowie Vermietern wird empfohlen, beim Abschluss des Mietvertrages die Wohnung genauestens zu begutachten und alle eventuellen Mängel festzuhalten. Der Zustand der Wohnung sollte so gut wie möglich festgehalten werden um eventuelle gerichtliche Probleme zu vermeiden.

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