Viele Parkettleger, aber ein Mangel an Estrichlegern

Estrichleger

Die Handwerkskammer Statistik hat ergeben

Die genannten Berufe sind eng miteinander verwandt, die Handwerker machen ähnliche Arbeit – und doch entscheiden sich viele Auszubildende vor allem für eine Ausbildung als Parkettleger. Diese Ausbildung ist deutlich gefragter, als die Ausbildung zum Bodenleger. Noch weniger Interessenten finden Betriebe, die Estrichleger ausbilden wollen. Das geht aus der Statistik der Gesellenprüfungen hervor, die die Handwerkskammer jedes Jahr veröffentlicht.

Der Parkettleger

Der Parkettleger ist der Profi für Fußböden aus Holz. Viele junge Menschen, die eine handwerkliche Ausbildung rund um Fußböden machen wollen, entscheiden sich für diesen Beruf. Das liegt sicherlich auch daran, dass Bodenbeläge aus natürlichen Materialien immer beliebter werden. Laut Handwerkskammer machten 2014 insgesamt 204 Auszubildende die Gesellenprüfung der Parkettleger. Das sind erfreuliche Zahlen für den Berufsstand. Denn im Allgemeinen geht die Zahl der Auszubildenden im Handwerk zurück, viele Betriebe finden keinen Nachwuchs mehr. Im Vergleich zu 2013, wo 161 Parkettleger-Azubis die Prüfung machten, ist also die Zahl der Absolventen um 26,7 Prozent gestiegen. Trotz des leichten Anstiegs: Generell gibt es auch einen Azubi-Rückgang im Parkett-Handwerk. Denn noch vor wenigen Jahren machten bis zu 260 junge Menschen jährlich die Abschlussprüfung.

Der Bodenleger

Bei den Bodenleger ist ein Tiefstand an neuen Gesellen erreicht worden, denn 2014 beendeten nur 121 von ihnen ihre Ausbildung. Das ist kein gutes Zeichen für den Beruf, der erst 2002 als anerkannter Ausbildungsberuf geschaffen wurde. Dabei kämpfte das Handwerk seit Mitte der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts um eine Anerkennung des Bodenlegers. Bei den Auszubildenden selbst scheint er derzeit jedoch nicht sehr beliebt zu sein.

Der Estrichleger

Fällt es den Bodenlegern schon schwer, Nachwuchs zu finden, so gilt das noch mehr für die Estrichleger. Dort ist die Zahl der neuen Gesellen schon äußerst kritisch: Gerade einmal 23 junge Menschen beendeten 2014 ihre Ausbildung in diesem Beruf.

Chancen nutzen

Viele junge Menschen wollen Parkettleger werden. Das macht die Konkurrenz groß: Die Konkurrenz um den begehrten Ausbildungsplatz in der Nähe und nach der Ausbildung auch die Konkurrenz um die besten Jobs. Da generell die Nachfrage nach Fachkräften im Handwerk groß ist, dürfte es kein großes Problem sein, als handwerklich geschickter Mensch eine Ausbildung zum Parkettleger zu bekommen – und später eine Anstellung als Geselle oder die Möglichkeit, den Meistertitel zu machen.

Allerdings kann es klug sein, darüber nachzudenken, ob man nicht stattdessen Bodenleger oder Estrichleger werden sollte: Auszubildende und später auch Gesellen oder Meister werden dringend gesucht. Die Berufe sind ähnlich, drehen sich doch alle um den Fußboden. Außerdem muss man für alle drei Berufsfelder gleichermaßen handwerklich geschickt und körperlich fit sein. Bei allen drei Jobs muss man körperlich arbeiten und oft auf den Knien werkeln. Bei gerade 23 neuen Estrichlegern in einem Jahr lässt sich leicht ausrechnen, dass über kurz oder lang ein akuter Mangel an ausgebildeten Estrichlegern herrschen wird. Die Chancen auf eine Ausbildung und später auf einen sicheren Job sind also hoch. Außerdem kann sich auch die Selbstständigkeit lohnen, wenn man gut in seinem Job ist – und vor allem: Wenn es kaum noch Estrichleger in der näheren Umgebung gibt.

Fotolia Bild 46691693 – Urheber: Ingo Bartussek

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