Wenn der Kautschukbelag Blasen wirft

KautschukbelagFehler im Kautschukbelag

Ein kleiner Fehler bei der Verarbeitung des Fußbodens kann sehr schnell sehr ärgerlich werden. Deshalb ist es von besonderer Wichtigkeit, dass bereits bei der Konstruktion des Fußbodens alle Details beachtet werden, um zukünftige Fehler ausschließen zu können.

Sollte dies aber nicht der Fall sein, kann dies schon bald zu großen Problemen führen, wie in etwa die Aufwölbung des Parkettbodens, oder noch ärgerlicher, eine Deformierung des Kautschukbelags. So geschehen bei einem Estrichleger, der einen Fußboden in kürzester Zeit bearbeiten sollte. Eine neue zementäre Estrichkonstruktion mit Fußbodenheizung sollten eingearbeitet werden. Aufgrund der kurzen Bearbeitungszeit, die dem Verleger zur Verfügung stand, einigte er sich mit dem Architekten auf einen Estrichtrocknungsbeschleuniger, mit dem das Belegreifheizen bereits drei Tage später erfolgen konnte. Der Bodenbelag erlaubte einen Feuchtgehalt von maximal 2,7 CM -% weshalb der Bodenleger sich ohne Bedenken an das Verlegen von Kautschuk und Parkettboden machte. Die Bearbeitung wurde ohne Mängel durchgeführt und beendet – termingerecht abgeschlossen. Doch zu Beginn der Heizperiode kam schließlich die böse Überraschung. Schon bald zeigten sich an den neu verlegten Böden Deformierungen. Der Kautschukbelag begann Blasen zu werfen. Später zeigte auch der Stabparkettboden Schäden in Form von Aufwölbungen.

Diagnose

Die Diagnose des Sachverständigers: der Parkettboden hatte sich mit der Zeit regelrecht vom Untergrund gelöst. Auch der Kautschukboden wies die gleiche Problematik auf und bildete stellenweise zentimeter und quadratmetergroße Beulen. Unter dem Kautschukboden stellte man fest, dass der Dispersionsklebstoff weich war. Zwischen dem Belag und der zementären Estrichfläche lag ein eindeutiger Adhäsionsbruch vor.

Die Ursache der Schäden erwies sich nach genauen Untersuchungen als eindeutig, die Feuchtigkeit im Estrich war in diesem Fall viel zu hoch und führte deshalb zu Schäden im Dispersionskleber, welcher schließlich die ungewollten Blasen und Beulen begünstigte.

Bei einem Restfeuchtegehalt von 2,4 und 2,5 CM-% hätte keine Belagsverlegung erfolgen dürfen. Eine Ursache der Schäden konnte man bereits im Estrich selber finden, denn es ergab sich, dass dieser im Vergleich zu anderen Estrichbelägen zuviel Feuchtigkeit nach oben abgab. Diese Beschaffenheit führt schließlich zwangsläufig zu solchen Fällen und dementsprechend zu großem Ärger und zusätzlichen Kosten bei den Beteiligten. Des Weiteren konnte man anhand des Gutachtens feststellen, dass der für die Verlegung verwendete Trocknungsbeschleuniger überhaupt nicht funktioniert hatte und das Projekt deshalb schon von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Wer sich also an die Verlegung empfindlicher Böden macht, sollte auf Nummer sicher gehen und sich etwas mehr Zeit einplanen, um nicht später Zeit und Geld für die Korrektur aufwenden zu müssen.

Bildquelle: Institut und Sachverständigenbüro für Bau- und Fußbodentechnik GmbH

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