Wie erkläre ich dem Kunden, dass Spachteln wichtig ist?

Ausgleich auf BetonbodenWird ein neuer Fußboden eingebaut, gehört das Spachteln zu den vorbereitenden Arbeiten des Untergrunds. Es ist ein wichtiger Arbeitsschritt. Bodenleger und Parkettleger wissen das, Kunden nicht unbedingt. Immer wieder fragen Kunden oder sogar Architekten nach, ob man diesen Arbeitsschritt des Spachtelns nicht einsparen könne – um Zeit und Geld zu sparen.

Der Bodenbelag sollte jedoch auf keinen Fall einfach auf den Estrich aufgebracht werden. Neben der Grundierung ist das Spachteln sehr wichtig, um spätere Schäden zu vermeiden. Und die sind dann teuer. Meist trägt dann auch der Bodenleger oder Parkettleger den Schaden – und nicht der Kunde, auf dessen Drängen hin auf das Spachteln verzichtet wurde. Denn der Boden-Profi ist der Profi. Er muss die Folgen des falsch vorbereiteten Untergrunds kennen und sollte sich zu seinem eigenen Schutz auf keinen Fall darauf einlassen, vermeintlich unnütze Arbeitsschritte einzusparen.

Reparatur (Spachteln) auf eigene Kosten

Der Estrich kann noch so glatt und schön eingebracht worden sein. Verzichtet der Fußboden-Profi später auf das Verspachteln unter dem Bodenbelag, so entstehen vor allem bei elastischen Belägen schnell optische Fehler. Und die wird der Kunde, der auf das Spachteln verzichten wollte, sicherlich beanstanden. Außerdem kann es bei einigen Bodenbelägen schnell zu Bruchstellen kommen, gerade wenn die Böden stark belastet werden, etwa in großen Büros. Dann steht eine teure und arbeitsintensive Sanierung an. In beiden Fällen muss der Boden-Profi das meist auf seine eigenen Kosten regeln. Das kann übrigens auch passieren, wenn die aufgebrachte Schicht Spachtelmasse zu dünn ist.

Den möglichen Schaden anschaulich zeigen

Nach DIN-Normen ist es notwendig, unter Teppichen oder elastischen Belägen den Boden durch Spachteln optimal vorzubereiten. Das sollte dem Kunden deutlich gemacht werden. Hilfreich sind dabei etwa Bilder von Schäden, die am Boden entstehen können, wenn der Untergrund nicht richtig vorbereitet wurde. Möchte der Auftraggeber das Spachteln dennoch einsparen, so sollte der Boden-Profi seine Bedenken schriftlich anmelden – oder vielleicht sogar ganz auf den Auftrag verzichten.

Häufig machen eine Wasserwaage die Diskussionen mit dem Kunden deutlich einfacher: So kann man den Auftraggebern schnell zeigen, dass der eingebrachte Estrich vielleicht doch nicht so gerade ist, wie er auf den ersten Blick scheint. Wenn der Boden sich also auf einen Meter mehrere Millimeter absenkt, erkennt auch der Kunde schnell, dass eine Schicht Spachtelmasse vielleicht doch angebracht ist.

Übrigens: So groß ist die Ersparnis durch das Einsparen des Spachtelns auch nicht. Ist der Untergrund nicht verspachtelt, erhöht sich die Menge des benötigten Klebstoffes erheblich. Denn der Estrich saugt diesen viel stärker ein, als die Spachtelmasse. Und das zahlt meist auch der Bodenverleger, denn meist vergisst ein Unternehmen, die Kosten für den hohen Verbrauch an Kleber nach dem Verkleben in der Rechnung nachzukalkulieren – oder er lässt es gleich weg, um Diskussionen mit dem Kunden zu vermeiden. Damit spart der Kunde zwar das Spachteln, der Verleger selbst zahlt aber mehr, jedenfalls für den Kleber – und oft auch für spätere Beanstandungen und Reparaturen.

Fotolia Bild 25341337 – Urheber: Ingo Bartussek

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